GoPro Drohne oder GoPro Drama?

Dass der renommierte Actioncam Hersteller GoPro irgendwann auch einmal Drohnen anbieten würde, lag nahe. Von einer Actioncam zu einer flugfähigen Cam ist der gedankliche Weg ja nicht weit. Die technische Realisation aber schon. Denn der Start der GoPro Drohne verlief bisher holprig. Da bekommt der Slogan „Go Professional“ eine ganz neue Bedeutung.

Gegründet wurde GoPro 2002 von Nick Woodman, der mit der Idee angetreten war, gutes Film-Equipment für Surfer anzubieten. Sitz des Unternehmens ist, wie sollte es anders ein, Kalifornien. GoPro entwickelte sich schnell und prächtig; der Markenname sowie die Cams der „Hero“ Serie waren bald ähnlich Kult wie die Firma Apple.

Drohne soll schwächelndes Geschäft ankurbeln

Doch irgendwann begann das Geschäft mit Actioncams zu schwächeln. „Ein Quadcopter muss her“, so Woodmann gegenüber dem Fachmagazin „The Verge“. Das Drohnengeschäft sei zentral, GoPro könne darauf nicht verzichten und müsse sein Portfolio entsprechend erweitern. Dazu zeigte er auf der entsprechenden Konferenz eine ballförmige Halterung, die auf der Drohne angebracht war und insgesamt sechs Kameras für 360°-Videos halten konnte. Eine spezielle Software errechnet daraus Rundum-Bilder in 6-K-Auflösung. Für diese Technik hatte GoPro im April 2015 das französische Unternehmen Kolor gekauft, das die entsprechende Software schon entwickelt hatte, mit der sich die Aufnahmen mehrerer Kameras verknüpfen lassen. Die Streams können die Nutzer mit einer 3D-Brille wie Oculus, auf YouTube360 oder auf der Kolor-App ansehen.
Als Markteinführung war 2016 angekündigt. Freilich dauerte es noch etwas, bis die Karma – so der Name der GoPro Drohne – bei uns erhältlich war. Im Frühjahr 2017 war es dann endlich soweit.

GoPro Dohne „Karma“

Ob heiße Ritte auf Surferwellen vor Hawaii oder halsbrecherische Downhill-Manöver in den Alpen: Das macht definitiv Sinn, diese Klientel auch mit einer Drohnen Kamera zu bedienen. Die hippen GoPro Kameras haben bisher ja einen Nerv getroffen, nämlich die Verbindung zwischen Action und Filmfreude.
Auf dem Papier liest sich auch alles fein: Eine Hero 5 Black, zusammenklappbar, technische Features in etwa wie die DJI, das Ganze als Quadrocopter, der bis zu 6 Kameras tragen kann. Schade: Kein Ultraschall für Indoorflug, und auch kein Follow Me. Wer hochauflösende 360°-Videos mit der Drohne ansehen will, muss mehrere GoPro-Kameras kaufen. Bei der technikbegeisterten Klientel allerdings kein echtes Problem.

Markteinführung der GoPro Drohne

Doch der Start in den USA, wo die GoPro Drohne zuerst auf dem Markt kam, verlief pannenmässig. Kaum erhältlich, wurden die ersten Probleme bekannt. Die Stromzufuhr der Karma machte Schwierigkeiten. Genauer: Der Akku. Aber eine Drohne in der Luft und plötzlich ohne Strom? Das ist gefährlich. Also gab es in den USA, kaum nach Markteinführung, gleich eine Rückrufaktion. So weit, so schlecht.

Markteinführung Deutschland

Nach der Rückrufaktion in den USA hatte man fieberhaft an der Fehlerbehebung gearbeitet. Doch kaum in Deutschland, ging es genauso schlecht weiter. Die Tester von Computer BILD waren jedenfalls nicht begeistert. „Drohnen Drama“ betitelten sie daher ihren Test am 13.4. 2017, und verpassten gleichmal ein „mangelhaft“ als Testurteil. Das GPS war während des Fluges ausgefallen. Die Karma blieb also am Boden wegen „Fluguntauglichkeit“. Für einen Drohnen-Test der Super GAU. Da konnte auch die gewohnt gute GoPro Bildqualität in der Gesamtbewertung nichts retten.
Wir bleiben dran am Thema „GoPro Drohne“!

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