GoPro bringt 2016 eine Drohne auf den Markt

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GoPro wird ab 2016 eine Drohne auf den Markt bringen, die sechs Kameras tragen kann, aber nicht muss: Die Nutzer können sich für die Zahl der Kameras entscheiden. Wer diese Drohne richtig ausrüstet, was zu vertretbaren Kosten möglich sein soll, erhält damit hochauflösende 360°-Ansichten und kann sogar in virtuelle Welten eintauchen. Für diese spezielle Technik hat GoPro ein französisches Software-Unternehmen aufgekauft.

GoPro-Drohne: ultimatives Zubehör

Der GroPro-Gründer und CEO des milliardenschweren Unternehmens Nick Woodmann hatte vor Kurzem auf einer Konferenz die Drohne angekündigt, sie als “ultimatives Zubehör” für Fans der Action-Kameras von GoPro bezeichnet und gleichzeitig die schon lange schwelenden Gerüchte über eine GoPro-Drohne bestätigt. Ein Quadcopter müsse her, sagte Woodmann dem Fachmagazin „The Verge“. Das Drohnengeschäft sei zentral, GoPro können darauf nicht verzichten und müsse sein Portfolio entsprechend erweitern. Nick Woodmann zeigte auf der entsprechenden Konferenz eine ballförmige Halterung, die auf der Drohne angebracht sein wird und insgesamt sechs Kameras für 360°-Videos halten kann. Eine spezielle Software errechnet daraus Rundum-Bilder in 6-K-Auflösung. Für diese Technik hatte GoPro im April 2015 das französische Unternehmen Kolor gekauft, das die entsprechende Software schon entwickelt hat, mit der sich die Aufnahmen mehrerer Kameras verknüpfen lassen. Die Streams können die Nutzer mit einer 3D-Brille wie Oculus, auf YouTube360 oder auf der Kolor-App ansehen. Wer freilich hochauflösende 360°-Videos mit der Drohne ansehen will, muss dazu mehrere GoPro-Kameras kaufen, was Marktbeobachter bei der technikbegeisterten Klientel für wahrscheinlich halten. Die Drohne dürfte den GoPro-Umsatz mithin sehr deutlich erhöhen.

Über GoPro Kameras und die Drohne

Die Action-Kameras von GoPro, die an Helmen, Autos, Motorrädern, Fahrrädern und Surfbrettern montiert werden können, gelten als ungemein beliebt bei Outdoorfans und Extremsportlern. Über den möglichen Preis der Drohne gibt es bislang nur Gerüchte, die Fachwelt vermutet 500 bis 1.000 Dollar. Goodman nannte auf der Konferenz zwar keinen Preis, er deutete aber eine Preislage wie von vergleichbaren Geräten von Parrot und DJI an. Wenn darin schon mindestens eine GoPro-Kamera inbegriffen wäre, würde es sich um einen echten Kampfpreis handeln. Aktuell kostet die Kombination einer Drohne ohne Kamera plus einer GoPro Hero 4 wesentlich mehr, die Bastelarbeit kommt noch hinzu. GoPro muss wohl die Drohne auf den Markt bringen, denn die Konkurrenz ist schon einen Schritt weiter. Etliche Drohnenhersteller bieten inzwischen eigene Kamera-Modelle an, mindestens gibt es auf den Drohnen Aufsteck-Plätze für Kameras wie die von GoPro. Das Unternehmen kann sich indes die Entwicklung leisten, denn es hat einen erfolgreichen Börsengang hingelegt und verfügt über die nötigen Barreserven. GoPro befände sich damit auf dem Weg zu einem echten Medienunternehmen. Schon jetzt filmen Millionen Adrenalin-Junkies spektakuläre Ski-Stunts, heiße Ritte auf Surferwellen vor Hawaii, Downhill-Manöver in den Alpen oder einfach Sightseeing-Touren mit einer GoPro-Kamera. Die spektakulärsten GoPro-Aufnahmen stammen aus dem All, sie sind auf YouTube zu bewundern. GoPro-Kameras punkten gegenüber Konkurrenzmodellen mit einer sensationellen Bildqualität, die meisten Filmaufnahmen bieten Kinoqualität. Dabei sind viele GoPro-Kameras mit rund 150 Gramm außerordentlich leicht und meist etwas kleiner als eine Zigarettenschachtel. Je nach Modell kosten sie aktuell zwischen rund 120 bis 600 Euro, natürlich gibt es auch teurere Highend-Modelle. Hollywood nutzt die Kameras manchmal für Actionszenen wie in Spiderman 3. Die hippen Kameras treffen einen Nerv, nämlich die Verbindung zwischen Action und Filmfreude, die wiederum auf YouTube ausgezeichnet geteilt werden kann. Das drückt sich in den Wachstumsraten des Unternehmens GoPro aus, das 2015 vermutlich Erlöse von 1,9 Milliarden Dollar erzielen dürfte und sich über einen guten Aktiengewinn freut.

Marketingmaschine GoPro

GoPro gilt als geniale Marketing-Maschine, die sich etwa mit Red Bull vergleichen lässt. Woodman investiert ebenso wie der österreichische Getränkehersteller sehr viel in Sportsponsoring, was angesichts der Zielrichtung der Kameras vollkommen logisch erscheint. Die Sportler – gesponsorte und nicht gesponsorte – stellen freiwillig ihre Bilder online und machen damit Werbung für GoPro, im Jahr 2014 erschienen täglich durchschnittlich 6.000 GoPro-Videos. Der offizielle GoPro-Channel verzeichnet aktuell mehr als 450 Millionen Views, zwei Millionen Nutzer haben ihn abonniert. Auf YouTube ist GoPro der stärkste Marken-Channel. Diese Position dürfte nach der Einführung der Drohne noch stärker werden.

Website: http://de.gopro.com/

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