360 Grad Panoramafotografie für Unternehmen

Wahrscheinlich hast Du es auch schon gesehen: Bei der Google-Suche zeigen immer mehr Unternehmen in der Local Search neben den üblichen Fotos und Informationen auch virtuell begehbare Rundum Ansichten der Geschäftsräumlichkeiten. Was hat es mit dieser 360 Grad Panoramafotografie auf sich?

360 Grad Panoramafotografie ist nichts Neues. Es gibt Profis wie auch ambitionierte Hobbyfotografen, die sich schon lange damit beschäftigen. Interessant wird es aber, wenn die Einbindung dieser Ansichten direkt in die Suchergebnis-Seiten von Google erfolgt.

Virtuell präsent in „Google My Business“

Ob Frisör, der Lieblings-Italiener um die Ecke, oder das Autohaus im Nachbarort: Für lokale Geschäfte ist ein Listing im Google My Business Programm längst Pflicht. Der amerikanische Suchmaschinen-Gigant ist nunmal das Maß aller Dinge. Wird nach dem Unternehmen oder Ladengeschäft gesucht, dann werden auf der Such-Ergebnisseite rechts Adresse, Öffnungszeiten sowie Fotos angezeigt.
Und nun immer öfters auch das Geschäft als virtuell begehbarer Raum. Klickt man auf den Thumbnail mit dem Hinweis „von innen ansehen“, kann man per Maus eine regelrechte Tour durch die Räumlichkeiten machen. Willkommen in der Virtual Reality!
Erstellt werden solche 360 Grad Ansichten per Panoramafotografie. Bei Google läuft dieses Programm unter dem Begriff Google Street View Trusted. Die Rundum-Ansichten sind übrigens auch über das Listing in Google Maps anklickbar.

Für welche Unternehmen lohnt das?

Grundsätzlich für alle Unternehmen, Geschäfte und Ladenlokale, die etwas zu zeigen haben. Dazu gehören durchaus auch Freiberufler. Empfehlenswert ist es vor allem da, wo potentielle Kunden vorher sehen wollen, wie es im Inneren des Geschäftes aussieht. Sinnvoll sind diese Panorama-Ansichten also für Restaurants, Hotels, Fitnesscenter, sämtliche Arten von Ladengeschäften, aber auch die Zahnarztpraxis, die gerade eine schicke Galerie-Ausstellung featured, die stilvolle Designer-Etage im stylishen Büro-Neubau, oder der trendige Frisör in einem mustergültig renovierten Altstadt Haus. Hier gilt: Die Panorama-Fotografie ist Teil der Werbung, man zeigt, was man hat, und man zeigt es State of the Art, nämlich als digital begehbaren Raum.
Geschäftsinhaber sollten aber wissen, dass in den virtuellen Ansichten alles zu sehen ist. Der User kann per Zoom das kleinste Detail sehen. Virtuell begehbar heißt eben, dass auch die hinterste Ecke im Laden in aller Ruhe betrachtet werden kann.

Wer macht diese 360 Grad Panoramafotografie?

Gut aufgehoben ist man bei zertifizierten Google Partner-Agenturen und Fotografen. Die kennen die Google Richtlinien, die einzuhalten sind bei der Veröffentlichung dieser Panorama-Ansichten. Und da gibt es eine ganze Menge Regelungen. Neben rechtlichen Aspekten sind auch technische Standards zu beachten, ansonsten kann Google die Einbindung der 360 Grad Panoramafotos ablehnen. Zudem arbeiten solche Agenturen und Fotografen über eine Google interne Schnittstelle, wo das Stitching der Fotos per Software erfolgt, sowie die anschließende Veröffentlichung im Google System.
Im Frühjahr 2017 hat Google aber angekündigt, dass die Bearbeitung der virtuellen Touren in Zukunft auch über Drittanbieter Software möglich sein soll.

Wie läuft so ein Fotoshooting ab?

Zum vereinbarten Termin kommt der Fotograf ins Haus. Zunächst wird er mit dem Geschäftsinhaber die Tour besprechen, also festlegen, wie der virtuell Raum begehbar sein soll. Dann geht es los mit der 360 Grad Panoramafotografie. Zum Einsatz kommt meist eine klassische Spiegelreflex-Kamera mit 8 mm Weitwinkel Objektiv; es gibt aber auch Spezialkameras. Fotografiert wird mit Belichtungsreihen (Bracketing), die Kamera ist dabei montiert auf ein Stativ mit speziellem Panoramakopf. Pro Standpunkt werden jeweils vier 90 Grad Schwenke gemacht. Für eine Tour braucht es natürlich mehrere Stativ-Standpunkte; diese liegen zwischen 1 – 3 Meter auseinander.
Bei kleineren Geschäften dauert ein Termin etwa 1 Stunde, bei einem großen Möbelhaus mit mehrere Etagen kann das aber auch gern einen Tag in Anspruch nehmen.
In der Regel wird der Fotograf einen Termin absprechen wollen, wo keine Kundschaft oder Personen im Geschäft zugegen sind. Denn aus rechtlichen Gründen müssen Gesichter, soweit diese erkennbar sind, hinterher unkenntlich gemacht werden, was nicht so schön aussieht.

Was sollte man als Ladeninhaber noch wissen?

Es versteht sich von selbst, dass das Geschäft vorher aufgeräumt sein sollte, und alles entsprechend präsentierfähig hergerichtet ist. Dazu zählt der entleerte Papierkorb genauso wie der gewischte Boden, die sauber ausgerichtete Stuhlreihe oder die aufgeräumte Garderobe.
Zudem dürfen aus rechtlichen Gründen bestimmte Daten nicht publiziert werden. Dazu zählen insbesondere Personendaten, also Namen, Adressen oderTelefonnummern. Hier ist meist die Ladentheke der kritische Punkt. Hier muss entsprechend vorher aufgeräumt oder abgedeckt werden. Aber auch Aktenordner-Aufschriften in Regalen, PC Monitore mit geöffneten Programmen, Aushänge an schwarzen Brettern und Ähnliches sind typische Problemstellen, die vorab gecheckt werden müssen.
Ist der Fototermin beendet, dann ist auch für den Geschäftsinhaber die Arbeit erledigt. Um den Rest kümmert sich der Fotograf bzw. die Agentur.

Was kostet das?

Das hat natürlich seinen Preis. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, denn die Preise werden ja nicht von Google vorgegeben. Zertifizierte Agenturen und Fotografen dürfen sich zwar „Google Partner“ nennen, arbeiten aber dennoch komplett selbstständig. Angebote müssen also konkret erfragt werden.
Preise richten sich vor allem nach der Größe des Unternehmens, also wieviele Standpunkte nötig sind, um eine sinnvolle Tour abzubilden.

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